Gurs-Projektgruppe
Begegnung und Erinnerung

Im Vorland der westlichen Pyrenäen liegt auf französischer Seite das Lager Gurs. Es wurde im Frühjahr 1939 für spanische Bürgerkriegsflüchtlinge eingerichtet und war eines der größten französischen Internierungslager. Nach dem Ausbruch des Krieges mit Deutschland internierte die französische Regierung dort ausländische „feindliche Staatsbürger“, darunter auch Deutsche, die vor dem Nazi-Regime nach Frankreich ins Exil geflohen waren.

1940 brachte das Vichy-Regime dort über 6.500 Deutsche jüdischen Glaubens aus Baden und der Saarpfalz unter, nachdem diese aus ihrer Heimat von den deutschen Behörden in die unbesetzte Zone Frankreichs deportiert worden waren. Die Deportation der jüdischen Internierten aus Gurs in die Vernichtungslager begann im August 1942, noch vor der deutschen Besetzung der freien Zone Frankreichs.

Schüler des NGL haben im September 2021 erstmals an einem Begegnungs- und Erinnerungsprojekt mitgewirkt, das vom Förderverein deutsch-französischer Kultur Stuttgart ins Leben gerufen wurde (zum Bericht geht es hier). Im Mai/Juni 2022 fand die Fortsetzung des Projekts (Bericht) in Südfrankreich statt. Zum Schuljahresbeginn 2022/23 hat die Projekt-Gruppe ihre Arbeit in Darmstadt und Frankfurt weitergeführt (Bericht).

Die Feuerbacher Gurs-Gruppe ist Teil einer Zusammenarbeit mit Schülern der Darmstädter Lichtenbergschule, dem Tübinger Kepler-Gymnasium und der französischen Lycées Jules Supervielle (Oloron-Sainte-Marie) und Louis Barthou (Pau). Interessierte NGL-Schüler, die gerne in der Projekt-Gruppe mitarbeiten würden, finden im Moodle-Kursraum Informationen und können sich für die AG „Gurs-Projekt“ anmelden. Zum Moodle-Kursraum geht es hier.

Projekte, an denen wir arbeiten:

  • Untertitelung des Dokumentarfilms „Journal de Gurs. Wie wir erinnern wollen„: Während der deutsch-französischen Jugendbegegnung im Mai/Juni 2022 hat der Frankfurter Filmemacher Anatoli Skatchkov, bei der Regie unterstützt von Margit Sachse, Lichtenbergschule Darmstadt, wichtige Aspekte und die Atmosphäre der Tage eingefangen. Schüler des NGL haben bei der Untertitelung des Filmes mitgearbeitet, sodass dieser nun mit deutschen, französischen und englischen Untertiteln von einer breiteren europäischen Öffentlichkeit angeschaut werden kann.
  • Besuch im Stadtarchiv der Landeshauptstadt Stuttgart: Ziel war es, nach Stuttgarter Bürgern zu forschen, die während des Zweiten Weltkrieges deportiert wurden. Zum Bericht geht es hier.
  • Weiterentwicklung von Footprints for Freedom (Fußspuren für die Freiheit): Die von Schülern der Lichtenbergschule Gymnasium (LuO) und Studenten der TU Darmstadt entwickelte Online-Plattform ermöglicht das Sichtbarmachen und Teilen von lokalen Erinnerungskulturen und biographischen Einzelschicksalen. Ziel ist es, auf partizipative Weise jungen Menschen die Bedeutung von Geschichte bewusst zu machen und Demokratie zu fördern. Im April 2024 wurde dieses Projekt mit dem europäischen HISTOLAB-Preis ausgezeichnet. Hier geht es zur Browser-Version oder App-Version (IOS).

Ansprechpartner: Emilia Lenz, Vincent Raißle, Michael Rüdel

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