Schreibwerkstatt im Literaturhaus
Eine Begegnung im Böhmerwald

Dieses Jahr hatten die Schüler der 10. und 11. Klasse im Rahmen des Literaturhauses die Möglichkeit bei einer Schreibwerkstatt teilzunehmen.

Unter der Leitung des Journalisten Tilman Rau und des Fotografen Yves Noir, lernten wir, dass es beim Recherchieren, Schreiben und Fotografieren kein richtig und falsch gibt. Vielmehr bekamen wir Tipps und wurden ermutigt auf unsere eigene Art und Weise kreativ zu werden. Wir trafen uns über das zweite Schulhalbjahr verteilt an zwei Wochenenden und durften jeweils die Tage im Literaturhaus verbringen.

Dort bekamen wir jeden Morgen zunächst die sogenannte 7-Minuten-Übung. Wir sollten uns verschiedene, außergewöhnliche Szenarien vorstellen und unsere Gedanken dazu innerhalb von 7 Minuten aufschreiben. Anschließend bekamen wir die Aufgabe Fotos passend zu unserer Vorstellung zu machen. Unter anderem produzierten wir auch Texte zu spezifischen Themen, Portraits und Reportagen für ein Magazin am Ende der Werkstatt. Beispielsweise haben wir einmal Interviews mit fremden Personen auf dem Schlossplatz geführt. Dadurch lernten wir den Umgang mit fremden Personen in Interviewsituationen. Mittags gingen wir immer zusammen im Restaurant essen und auch tagsüber fehlte es nicht an Snacks und Getränken.

Zudem fand nicht nur unser Schüleraustausch am NGL mit der Partnerstadt Brünn statt, sondern auch die Schreibwerkstatt des Literaturhauses wurde dort für die tschechischen Schüler durchgeführt. Die Schüler aus Brünn produzierten ihre Texte genauso wie wir – nämlich auf deutsch.

Das gesamte Projekt wurde mit einem 8-tägigen Aufenthalt an der tschechisch-deutschen Grenze in Stožec (Tusset) abgerundet. Dabei kam es zu einer Begegnung beider Gruppen im Böhmerwald, im Nationalpark Šumava. Neben dem Produzieren der Texte unternahmen wir tagsüber verschiedenste Ausflüge an die Grenze, in die Stadt oder in den Wald. Zum Beispiel besuchten wir Nové Údolí (Neuthal) und fuhren auf der kürzesten Eisenbahnstrecke der Welt zwischen Tschechien und Deutschland hin und zurück. Außerdem betätigten wir uns sportlich, als wir Kanu auf der Moldau fuhren, im Wald eine Wanderung machten und Fußball gemeinsam mit den tschechischen Schülern spielten. Bezüglich unserer Reportagen, die wir in tschechisch-deutschen Teams anfertigten, recherchierten wir selbstständig im Wald, in der Umgebung von Stožec und in unserem Hotel. Stets hilfsbereit und jeder Zeit erreichbar empfingen uns die Experten Yves Noir und Tilman Rau in ihrem „Saloon“ und freuten sich über jedes Foto und jeden Text.

Die Begleitpersonen Herr Rüdel und Frau Koryčánková unterstützen Erwin Krottenthaler, den Leiter des Literaturhauses und Martina Munk, seine Frau, bei jeglichen Aufgaben. Auch die Kinder der Organisatoren und der Begleitpersonen machten den Aufenthalt noch amüsanter. Darüber hinaus verstanden wir uns „výborný“, was ausgezeichnet auf tschechisch bedeutet, mit den tschechischen Schülern und hatten viel Spaß mit Ihnen gemeinsam. Insgesamt war es eine unvergessliche Zeit, sowohl in Stuttgart als auch in Stožec, und wir werden uns noch sehr lange an das, was wir gelernt und erlebt haben, erinnern. Wir möchten uns bei allen Mithelfenden und unserer Tschechien-Koordinatorin Frau Rymeš bedanken, die uns diese einmaligen Erfahrungen ermöglicht haben. Vielen, vielen Dank und „děkuji“!

Hier die Webseite des Literaturhauses Stuttgart, mit Informationen zu den vergangenen Schreibwerkstätten und auch über das aktuelle Projekt. Darüber hinaus kann man vergangene Ausgaben und bald die jetzige Ausgabe des Magazins dort lesen:

https://www.lpz-stuttgart.de/angebote/schueler/schreibwerkstaetten

Von Mennah El Ghitany und Antonia Neymann

Zur Seite mit einer Übersicht über den Tschechien-Austausch des NGL geht es hier.