„Die Kiste des Großvaters“
Theaterkritik
Theaterkritik von Rebekka Nonnenmacher, 5b zur Vorstellung von „Die Kiste des Großvaters“ am 16.04.2026, geschrieben und gespielt von der kleinen Theater-AG der Stufen 5 und 6: Lilly und Leni, zwei Geschwister, sollen mit ihrer Mutter umziehen. Das wollen die beiden aber nicht. Sie haben Angst vor dem neuen Haus, der neuen Stadt und ihrer neuen Schule. Ihre Mutter meint, dass sie sich die Kiste des Großvaters auf dem Dachboden anschauen sollten. Darin entdecken sie ein Tagebuch.
Leni findet zu einem Tagebucheintrag ein Rad. Dazu gibt es einen Rückblick in die Vergangenheit. Opa Siegfried will an einem Seifenkistenrennen teilnehmen und baut eine Seifenkiste, die er aber nicht alleine fertig machen kann. Ein Freund hilft ihm dabei, und er gewinnt das Rennen – angefeuert von all seinen Freunden. So bemerken Lilly und Leni, dass sie ihre Freunde auch fragen hätten sollen, ob sie ihnen helfen könnten. Sie gruseln sich ein wenig auf dem Dachboden, aber sie machen weiter.
Da ist noch ein Kinoticket in der Kiste. Im Rückblick ist Opa mit zwei Freunden im Kino zu sehen. Als der Film zu Ende ist, bemerken sie, dass sie den Bus verpasst haben. Leider müssen sie dann bei Dunkelheit weit zu Fuß bis nach Hause laufen. Währenddessen erzählen sie sich Geschichten und machen sie gegenseitig Mut. Leni versteht: Mut kann man machen! Zusammen stöbern die beiden weiter.
Da ist noch ein Hufeisen. Im Rückblick ist ihr Opa mit den Klassenkameraden auf einem Schulausflug. Der Lehrer zeigt ihnen Fliegenpilze. Opa und sein Freund bleiben stehen, die anderen gehen weiter. Siegfried und Rudolf suchen nach weiteren Pilzen und bemerken, dass die anderen weg sind. Da entdecken sie das Hufeisen und schöpfen neue Hoffnung, denn Hufeisen sollen Glück bringen! Und tatsächlich finden sie die Klasse wieder. Daraus lernen Lilly und Leni, dass sie mit offenen Augen durch die Welt gehen sollen und aufmerksamer sein sollen.
Als nächstes zieht Leni eine Maske aus der Kiste. Dabei guckt sie aus dem Fenster und denkt an all die Dinge, die sie verlieren werden. Aber daran darf sie nicht denken. Im Rückblick ist Opa Siegfried in seinem Karnevalsverein zu sehen. Jeder bringt seine Verkleidung mit, und der Leiter schlägt einen Termin für den Karnevalsumzug vor. Doch Siegfrieds Maske findet er zu hässlich, und es darf auch kein anderer Termin genommen werden, obwohl sein Freund Rudolf an dem Geburtstag hat. Deshalb wird Siegfried rausgeschmissen. Rudolf lädt ihn ein, mit ihm in seinen Karnevalsverein zu kommen. Siegfried geht auch mit, obwohl seine ganz Familie schon immer in dem anderen Verein war. Im neuen Verein ist der Leiter sehr nett und findet seine Maske wunderschön. Als Rudolf sagt, dass er an dem vorgeschlagenen Termin Geburtstag hat, findet der Leiter es selbstverständlich, dass der Umzug verschoben werden muss. Siegfried gefällt der Verein, und er will beitreten. Lilly und Leni sehen jetzt ein, dass nicht jede Veränderung schlecht sein muss.
In der Kiste sind noch ein Partyhütchen, ein Ring und ein Foto von Opa mit einem anderen Mann. Der Rückblick zu dem Partyhütchen erzählt von Opas Umzug, denn Siegfried ist auch schon umgezogen und hatte auch große Angst davor. Als er in die neue Wohnung tritt, erwarten ihn dort alle seine Freunde und feiern mit ihm eine Party. Seine Freunde helfen ihm und sind immer da. Die beiden Mädchen erkennen, dass echte Freunde für immer bleiben, auch wenn man weiter weg wohnt.
Im nächsten Rückblick geht es darum, dass Siegfrieds Mutter stirbt und er ihre Brosche erbt. Er weiß nicht, was er jetzt damit machen sollte. Eine Freundin schlägt ihm vor, dass er die Brosche gegen einen Ring eintauschen könnte, und den Ring dann dem Mädchen gibt, das er liebt und heiraten möchte. Das tut Siegfried auch und macht ihr mit dem eingetauschten Ring einen Heiratsantrag. Da verstehen Lilly und Leni, dass man manchmal etwas Altes loslassen muss, damit etwas Neues beginnen kann.
Der Rückblick zu dem Foto beschreibt, wie Siegfried von anderen Kindern gemobbt wird und Manfred ihn in Schutz nimmt. Manfred hilft ihm, und sie werden richtige Freunde. Jahre später treffen sich die beiden zufällig auf dem Elternabend ihrer befreundeten Töchter wieder und machen ein Erinnerungsfoto. Wieder viele Jahre später kommt ein Anruf aus der Klinik, in der Manfred liegt. Er leidet an Demenz und kann sich auch nicht mehr an Siegfried erinnern. Doch Siegfried erzählt ihm von ihren Abenteuern als Freunde und Manfred spürt, dass Siegfried jemand ist, den er kennt und mit dem er viel erlebt hat. Hier sehen Lilly und Leni ein, dass alles wie bei ihrem Opa gut werden wird, wenn sie es genauso machen.
Jetzt haben die beiden keine Angst mehr und sie können woanders ein neues Leben anfangen. Die Kiste nehmen sie auch mit.
Das Stück ist von den Kindern der kleinen Theater-AG unter der Leitung von Frau Polo selbst erfunden und erarbeitet worden.
Gut kam beim Publikum der Rückblick vom Umzug an, als Siegfried dem Anhalter erzählte: „Der Friedhof ist voll von Leuten, die keine Rücksicht auf die anderen im Straßenverkehr nehmen!“ Da gab es viele Lacher. Bei der Party in seiner neuen Wohnung wurde ausgelassen zu „Dancing Queen“ von ABBA getanzt. Hier klatschte das Publikum im Takt begeistert mit.
Für mich ist die Botschaft des Stücks, dass man immer wieder neuen Mut sammeln und auf Freunde zählen kann. Das hilft in vielen Situationen.
Rebecca Nonnenmacher, Klasse 5b



