Unsere Berlinfahrt in Klasse 10 bzw. 11
Hallo Hauptstadt - wir kommen!

Nach dem 10. bzw. 11. Schuljahr werden die Schüler einen Großteil ihrer Schulzeit gemeinsam am Feuerbacher Gymnasium verbracht haben. Einige werden ihren Bildungsweg außerhalb des Gymnasiums in einer neuen Umgebung weitergehen. Diejenigen, die sich für die Kursstufe entscheiden, werden auch dort in neuen Gruppen lernen und zusammenarbeiten. Anlässlich des Übergangs in diese neue Lebensphase wollen wir mit der Abschlussfahrt den zurückliegenden Zeitraum in der vertrauten Klassengemeinschaft bewusst abschließen. Der Besuch von Berlin, der Hauptstadt unseres Landes, dient dabei auch der politisch-historischen Bildung und soll die Schüler mit den Pflichten und Rechten, die sie als Bürger besitzen und besitzen werden, sowie mit der Geschichte unseres Landes vertraut machen.

Einen guten Einblick in das Programm der Berlinfahrt bietet der Reisebericht der 10b, die im letzten Schuljahr in Berlin war:

 

,,Ja, Kolleg‘, willkommen in Berlin“ – Die Klassenfahrt der 10b nach Berlin

Mitte Juli haben wir Schüler der Klasse 10b vier aufregende Tagen auf unserer Berlin-Klassenfahrt erlebt! Die Klassengemeinschaft wurde kurz vor dem ,,Auseinandergehen“ in der K1 nochmals gestärkt und wir alle konnten dank der herausragenden historischen und kulturellen Stellung der Weltstadt interessante Eindrücke sammeln.

Fünfeinhalb Stunden Zugfahrt mit dem ICE lagen hinter uns, als wir am Dienstag, den 9. Juli, mittags in der Bundeshauptstadt ankamen. Nachdem wir unser Gepäck in unser Kreuzberger Unterkunft abgestellt hatten, ging es direkt auf Erkundungstour durch den angrenzenden Bergmannkiez und später nach Mitte, wo wir den ,,Alex“ mit Fernsehturm, Rotem Rathaus und Weltzeituhr sowie das Nikolaiviertel besichtigten. Den Abend verbrachten viele von uns auf dem ehemaligen Flugplatzgelände Tempelhofer Feld.

Am nächsten Tag folgte eine Stadttour mit den Haupt-Sehenswürdigkeiten wie Regierungsviertel, Brandenburger Tor, Siegessäule und der Prachtstraße Unter den Linden. Zu jedem der Stopps hatten Schüler unserer Klasse eine kurze Präsentation vorbereitet, wodurch wir viel über die Stadt lernen konnten. Über den Potsdamer Platz liefen wir zu der Ausstellung ,,Topographie des Terrors“, die sich vorrangig der Dokumentation und Aufarbeitung des Terrors in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland widmet. Auf dem Gelände befand sich einst das Hauptquartier der Gestapo sowie die Zentrale des Sicherheitsdienstes der SS. Nach dem Mittagessen folgte rund um den Bahnhof Zoo und die Kantstraße eine Stadtführung der besonderen Art, in der uns ein ehemaliger Obdachloser ,,sein“ Berlin zeigte und uns dabei auch für das schwierige Thema Obdachlosigkeit sensibilisierte. Nachmittags flanierten wir auf dem Kurfürstendamm, besichtigten die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und waren im KaDeWe shoppen, bevor wir den Tag in Friedrichshain an der Spree ausklingen ließen.

Donnerstags machten wir zunächst vom Prenzlauer Berg aus eine 16 Kilometer lange Fahrradtour entlang dem ehemaligen Verlauf der Berliner Mauer und erfuhren dabei an den bedeutendsten Orten für die Wiedervereinigung von den Guides vieles über die Zeit vor, während und nach dem Mauerfall. Mittags bekamen wir nach einem leckeren Imbiss im Paul-Löbe-Haus einen Vortrag über den Bundestag und konnten auch einen Blick in den Plenarsaal, dem ,,Zentrum der deutschen Demokratie“, werfen. Anschließend hatten wir die Gelegenheit, einem langjährigen MdB, dem verkehrspolitischen Fraktionssprecher der Grünen Stephan Kühn Fragen zu stellen und es entwickelte sich ein interessantes Gespräch. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Herrn Kühn für die Zeit, die er sich für uns während der parlamentarischen Sommerpause genommen hat. Der dritte Tag in Berlin endete damit, dass wir die tolle Aussicht von der Reichstagskuppel genossen.

Den letzten Tag begannen wir am Checkpoint Charlie und am Gendarmenmarkt. Mittags bekamen wir in Lichtenberg eine Führung durch die ehemalige zentrale Untersuchungshaftanstalt der Stasi, das MfS-Gefängnis Hohenschönhausen. Eindrücklich bekamen wir eine Vorstellung von den kaum grausamen Foltermethoden, denen bis vor gerade einmal 30 Jahren auf deutschem Boden unschuldig politisch Verfolgte ausgesetzt waren. Nachmittags schauten wir die am selben Tag eröffnete James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel an, bevor wir dann in Kleingruppen wahlweise das Neue Museum mit der Nofretete, den Berliner Dom oder die East Side Gallery besuchten. Einige von uns aßen an diesem Tag nach zweistündigem Anstehen den in vielen Reiseführern als ,,besten Döner Deutschlands“ bezeichneten Gemüsekebab nahe unserer Unterkunft. Die Klassenfahrt und damit auch die sechsjährige Zeit als gemeinsamen Klassenverband beendeten wir alle gemeinsam im Kreuzberger Viktoriapark.

Wehmütig, aber mit vielen schönen Erinnerungen machten wir uns Samstagmorgens vom Berliner Hauptbahnhof aus auf den Heimweg nach Stuttgart. Für die nächsten Jahrgänge hoffen wir, dass die Berlinfahrt auch in Zukunft ein fester Bestandteil des NGLs bleibt.

Besonders bedanken möchten wir uns bei Herr Kley und Frau Küster, die die Klassenfahrt organisiert, das abwechslungsreiche Programm zusammengestellt haben und mit denen wir uns in Berlin ,,dufte“ verstanden haben. Auch bei Frau Heß und unseren Eltern möchten wir uns bedanken, da sie uns die schöne Zeit ermöglicht haben. Danke!

Linus Krauss, 10b